Chilischoten
Arten, Anbau im Topf und im Garten, Trocknen und Einlegen
Chilischoten – worin sie sich von Paprika unterscheiden und warum sie scharf sind

(Capsicum)
Chilischoten unterscheiden sich von der gewöhnlichen Gemüsepaprika, also vom milden Blockpaprika, vor allem durch ihre Schärfe. Chilischoten können aus verschiedenen strauchigen Paprikaarten gezüchtet sein, die ursprünglich in Asien (Indien, China, Japan, Vietnam), in Afrika und in Südamerika wachsen.
Ihre Schärfe verdanken sie dem Stoff Capsaicin (Sie kennen sicher die wärmenden Capsaicin-Pflaster bei Gelenkbeschwerden).
Außerdem enthalten Chilischoten die Vitamine B und C sowie Carotin, sie regen in kleinen Mengen die Verdauung an und gelten zudem als Aphrodisiakum.
Chilischoten sollen auch den Stoffwechsel ankurbeln und werden gern in Reduktionsdiäten eingesetzt. Bei Gallenbeschwerden sollten Sie sie allerdings meiden.
Und noch ein Pluspunkt: Chilischoten sind reich an Antioxidantien und passen gut in eine abwechslungsreiche Ernährung.
Wissenswert
Chilipflanzen können Sie im Garten wie im Kübel ziehen und als Zierpflanzen verwenden. Nicht nur die Früchte, auch die Blüten mancher Sorten sind sehr dekorativ.
Geschichte des Chili-Anbaus

Der Ursprung der Chilis liegt in Südamerika, wo sie schon im 6. Jahrhundert vor Christus von den Ureinwohnern angebaut wurden.
Nach den Fahrten des Kolumbus verbreiteten sich die Schoten rasch über die ganze Welt – zuerst nach Indien, wo sie zu einem hervorragenden Ersatz für den teuren Pfeffer wurden.
Über die Feldzüge des Osmanischen Reiches gelangten sie dann nach Ungarn, wo das uns bekannte Paprikapulver entstand – aber Achtung: Es gibt es scharf und mild.
Heute wird Chili praktisch auf der ganzen Welt angebaut und es kommen ständig neue Sorten dazu. Manche Züchter versuchen außerdem, die schärfste Schote der Welt zu erzeugen.
Chilischoten: Arten – Capsicum chinense, annuum, frutescens, pubescens und baccatum
Chilischoten teilen sich in mehrere Arten, aus denen dann weitere Sorten gezüchtet wurden. Hier die einfache Einteilung:
Capsicum chinense – trotz des Namens stammt sie ursprünglich aus Südamerika und gehört zu den schärfsten Arten; zu ihren Sorten zählen etwa 7-Pot Chili, Fatalii, Datil oder Carolina Reaper…
Capsicum annuum – stammt aus Nord- und Südamerika, umfasst scharfe wie milde Sorten, die Früchte sind grün, gelb oder rot.
Capsicum frutescens – zu Hause in Süd- und Mittelamerika, wächst in tropischen und subtropischen Gebieten; bekannte Sorten sind Tabasco (daraus wird die gleichnamige Soße hergestellt) und Malagueta.
Capsicum pubescens – stammt aus Mittel- und Südamerika, hat große violette Blüten und runde rote Früchte. Die Farbe hängt von der Sorte ab, die Sorte Canario trägt zum Beispiel gelbe Früchte.
Capsicum baccatum – kommt aus Südamerika und hat grüne Früchte von interessanter Form (wie ein Glöckchen); die Sorte Lemon Drop trägt gelbe Früchte.
Die schärfste Chilischote: Carolina Reaper und die Scoville-Skala

Die Schärfe von Chilischoten wird nach einer eigenen Skala beurteilt. Den Spitzenplatz hält seit vielen Jahren die Carolina Reaper, die bis zu 2.200.000 Einheiten auf der SHU-Skala (Scoville-Skala) erreicht.
Chili anbauen: Licht, Wärme und das richtige Substrat
Chili lässt sich auch bei uns anbauen, meist einjährig; wenn die Überwinterung gelingt, können Sie die Pflanzen aber mehrjährig kultivieren – in Amerika wachsen sie in der Natur schließlich als Stauden.
Chilipflanzen brauchen vor allem viel Licht und Wärme. Ganz im Freien gedeihen sie nur in warmen Lagen – etwa am Oberrhein oder in Weinbaugebieten. Sonst empfehlen wir eher das Gewächshaus.
Substrat für Chilipflanzen
Chilipflanzen brauchen einen eher durchlässigen Boden mit höherem pH-Wert. Optimal ist ein Substrat aus Torf, Sand und einem Lehmanteil. Mit Perlit lässt es sich auflockern. Passende Substrate bekommen Sie auch fertig im Fachhandel.
Chilipflanzen werden wie Paprika aus Samen vorgezogen, und zwar im Haus. Danach werden sie in eigene Töpfe pikiert und schließlich, nach den Eisheiligen, ins Gewächshaus oder ins Beet gepflanzt.
Chilipflanzen brauchen beim Pflanzen eine kräftige Wassergabe, danach vertragen sie eher Trockenheit als Staunässe.
Vermehrung der Chilipflanzen
Chili wird über Samen vermehrt, die gut keimen und ihre Keimfähigkeit mehrere Jahre behalten.
Chilipflanze im Topf: Anbau und Überwinterung

Der Vorteil der Chilipflanze im Topf ist, dass Sie sie über den Winter überwintern und mehrjährig ziehen können. Dann erwartet Sie auch eine bessere und größere Ernte. Wählen Sie den Topf gerade so groß, dass der Wurzelballen hineinpasst. Nach unten kommt eine Drainage aus Kies oder Kieselsteinen, damit das Wasser gut abläuft. Auf die Drainage füllen Sie Substrat für Chilipflanzen. Setzen Sie die Pflanze ein, füllen Sie Substrat nach und gießen Sie an. Stellen Sie die Chilipflanze hell und geschützt auf und räumen Sie sie vor Regen lieber weg, damit sie keinen Pilzbefall bekommt. Zum Überwintern stellen Sie sie in einen frostfreien Raum.
Chilischoten: Rezepte – Trocknen, Mahlen und Einlegen in Öl
Getrocknete Chilischoten – Chilis können Sie im Dörrgerät, in der Sonne oder im Backofen trocknen. Wichtig ist, sie zu waschen, zu halbieren und die Samen zu entfernen. Getrocknet wird in einer dünnen Schicht auf dem Gitter des Dörrgeräts, auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech im Ofen (bei 50 °C mit leicht geöffneter Tür) oder auf einem Sieb in der Sonne. Trocken sind sie, wenn sie brechen. Aufbewahrt wird in Gläsern, Dosen und Ähnlichem.
Chilischoten mahlen – getrocknete Chilischoten lassen sich in der Mühle mahlen oder im Mörser zerstoßen. Bewahren Sie das Pulver anschließend in kleinen Gläsern im Dunkeln auf, damit es die Farbe nicht verliert.
In Öl eingelegte Chilischoten – frische Schoten lassen sich in Öl konservieren. Sie brauchen: frische Chilischoten, ganze Pfefferkörner, Piment, Lorbeerblatt, 1 l Wasser, 250 ml Essig, Salz, 100 g Zucker, Öl. Die Schoten putzen und in Gläser schichten. Pfefferkörner, Piment und Lorbeerblatt zugeben. Aus den übrigen Zutaten einen Sud kochen. Über die Schoten gießen, die Gläser verschließen und bei 85 °C etwa 25 Minuten einkochen.


Kräuter und Gewürze düngen – auch Chilipflanzen
Chilipflanzen haben einen ähnlichen Nährstoffbedarf wie Paprika oder Tomaten. Während des Fruchtansatzes freuen sie sich über regelmäßiges Nachdüngen mit organischem Dünger, zum Beispiel mit DÜNGEE als schwachem Aufguss.
Dasselbe Vorgehen eignet sich auch für andere Kräuter und Gewürze im Balkonkasten – ausführlich beschreibt es der Artikel Kräuter düngen. Im Topf ist der Nährstoffvorrat durch das Substratvolumen begrenzt, deshalb düngt man lieber schwächer und häufiger als einmal und stark.
Häufige Fragen: Chilischoten
Wie überwintert man Chilipflanzen?
Holen Sie die Pflanze noch vor den ersten Frösten in einen frostfreien, hellen Raum – ein Flur oder ein ungeheiztes Schlafzimmer genügt. Gießen Sie deutlich weniger, sodass das Substrat nur nicht ganz austrocknet, und düngen Sie nicht. Im Frühjahr schneiden Sie die Pflanze zurück, topfen sie in frisches Substrat um und gewöhnen sie langsam wieder ans Licht. Eine überwinterte Chilipflanze setzt früher Früchte an und trägt mehr als eine neu ausgesäte.
Wie groß muss der Topf für Chilipflanzen sein?
Wählen Sie den Topf nur so groß, dass der Wurzelballen hineinpasst – ein unnötig großes Gefäß hält Wasser und die Wurzeln faulen darin leicht. Für eine einjährige Pflanze reichen meist 3–5 Liter, überwinterte mehrjährige Pflanzen topft man im Frühjahr jeweils eine Nummer größer um. Unten gehören immer eine Drainage und ein Abzugsloch hin.
Wie mahlt man Chilischoten?
Die Schoten müssen wirklich trocken sein – Sie erkennen es daran, dass sie brechen und sich nicht biegen lassen. Mahlen Sie sie dann in einer Gewürzmühle oder zerstoßen Sie sie im Mörser. Bewahren Sie das Pulver in kleinen Gläsern im Dunkeln auf, sonst verliert es schnell Farbe und Aroma.
Wann sät man Chili aus?
Die schärfsten Arten brauchen eine lange Vegetationszeit, deshalb sät man sie früh – von Januar bis Februar im Haus aus, mildere Sorten im März. Die Jungpflanzen werden in eigene Töpfe pikiert und erst nach den Eisheiligen, also Mitte Mai, ins Freie oder ins Gewächshaus gepflanzt.
Wie oft gießt man Chilipflanzen?
Beim Pflanzen wird kräftig gewässert, danach eher sparsam: Chilis vertragen Trockenheit besser als Staunässe. Im Topf gießen Sie erst, wenn die obere Substratschicht abgetrocknet ist, und schütten überschüssiges Wasser aus dem Untersetzer ab.
