Schädlinge im Garten und an Zimmerpflanzen
Welcher Schädling ist das, woran erkennt man ihn und wann wird er wirklich zum Problem? Eine Übersicht über die häufigsten Schädlinge an Obst, Gemüse, Zier- und Zimmerpflanzen.
Erst bestimmen, dann handeln
Nicht jedes Loch im Blatt ist ein Notfall, und nicht jedes Krabbeltier auf der Pflanze schadet ihr. Bevor Sie zu einem Mittel greifen, lohnt sich immer der Blick, wer da eigentlich sitzt: Viele Arten sehen sich ähnlich, richten aber ganz unterschiedliche Schäden an — und manche Nützlinge werden regelmäßig mit Schädlingen verwechselt.
Achten Sie auf das Schadbild: Saugschäden zeigen sich als helle Sprenkel, verkrüppelte Triebe oder klebriger Honigtau. Fraßschäden hinterlassen Löcher, Fensterfraß oder abgeschnittene Blattränder. Bohrschäden erkennt man an kleinen Einbohrlöchern und Bohrmehl an Früchten oder Trieben. Der Zeitpunkt im Jahr grenzt die Möglichkeiten zusätzlich ein.
In den folgenden Übersichten finden Sie zu jeder Art einen eigenen Artikel mit Merkmalen, Lebenszyklus, Schadbild und den üblichen Gegenmaßnahmen.
Obstbäume, Beeren und Wein
- Apfelwickler — der klassische „Wurm“ im Apfel
- Apfel-Gespinstmotte — Gespinstnester an ganzen Zweigen
- Apfelblütenstecher — Blüten, die sich nicht öffnen
- Apfelsägewespe — verkorkte Gänge in jungen Früchten
- Birnengallmücke — vorzeitig abfallende Jungbirnen
- Birnenpockenmilbe — pockenartige Blattflecken
- Blutlaus — weiße Wattepolster an Ästen
- Kleiner Frostspanner — Raupenfraß an Knospen und Blüten
- Kirschfruchtfliege — Maden in reifenden Kirschen
- Pflaumenwickler — befallene Pflaumen fallen früh ab
- Pflaumensägewespe — Fraßgänge im Fruchtkern
- Haselnussbohrer — Bohrloch in der Nuss
- Johannisbeergallmilbe — kugelig aufgetriebene Knospen
- Erdbeerblütenstecher — abgeknickte Blütenstiele
- Erdbeermilbe — gekräuseltes Herzblatt
- Rebenpockenmilben — Blasen auf Weinblättern
Gemüse
- Kartoffelkäfer — Kahlfraß an Kartoffelstauden
- Drahtwurm — Fraßgänge in Knollen und Wurzeln
- Großer Kohlweißling — Raupen am Kohl
- Kohlfliege — welkende Jungpflanzen trotz Gießen
- Kohlerdflöhe — Lochfraß an Keimblättern
- Möhrenfliege — rostbraune Gänge in der Möhre
- Erbsenwickler — Maden in der Hülse
- Erbsenthrips — silbrige Sprenkel an Hülsen
- Samenkäfer — Ausbohrlöcher in gelagerten Samen
- Gestreifter Blattrandkäfer — buchtiger Fraß am Blattrand
- Stängelälchen — verdickte, verdrehte Triebe
Zier- und Gartenpflanzen
- Buchsbaumzünsler — Gespinste und Kahlfraß am Buchs
- Buchsbaumblattfloh — löffelartig gewölbte Blätter
- Rosengallwespe — moosartige Gallen an Rosentrieben
- Rosenzikade — weiß gesprenkelte Rosenblätter
- Blattwespe — Larven, die Blätter skelettieren
- Wühlmaus (Ostschermaus) — angenagte Wurzeln, absterbende Gehölze
Zimmerpflanzen
- Zimmerpflanzen-Schädlinge im Überblick — die häufigsten Arten auf einen Blick
- Blattläuse — grüne, schwarze oder weiße Punkte an Trieben
- Spinnmilben — feine Gespinste in Blattachseln
- Trauermücken — kleine schwarze Fliegen über dem Topf
- Schildläuse — feste braune Höcker auf Blattunterseiten
- Napfschildläuse — gewölbte Schilde an Stängeln
Was Sie vorbeugend tun können
- Neue Pflanzen zwei bis drei Wochen separat stellen. Die meisten Zimmerpflanzenschädlinge kommen mit einer neu gekauften Pflanze ins Haus.
- Regelmäßig die Blattunterseiten kontrollieren. Dort sitzen Spinnmilben, Schild- und Blattläuse, lange bevor man oben etwas sieht. Früh entdeckt ist der Befall meist noch klein.
- Standort und Gießrhythmus prüfen. Dauernasse Erde begünstigt Trauermücken, trockene Heizungsluft die Spinnmilbe. Oft löst sich ein wiederkehrendes Problem schon über die Pflege.
- Im Garten Nützlinge fördern. Marienkäfer, Florfliegen, Schlupfwespen, Vögel und Igel halten viele Arten in Schach. Blühstreifen, Totholz und ein Verzicht auf Breitbandmittel helfen dabei.
- Fruchtfolge und Hygiene einhalten. Fallobst aufsammeln, befallene Triebe herausschneiden, Kohlgewächse nicht Jahr für Jahr auf dasselbe Beet.
- Pflanzen ausgewogen ernähren. Eine gut versorgte Pflanze wächst gleichmäßiger und verkraftet Rückschläge besser als eine unter- oder überdüngte — wie Sie richtig dosieren, steht in der Dosierungstabelle.
